Valeria Mosca

Valeria Margherita Mosca ist Köchin, Nahrungssammlerin und Leiterin des wood*ing – wild food lab, dem weltweit ersten Lebensmittellabor zur Erforschung und Katalogisierung der Verwendung von Wildnahrung für die menschliche Ernährung. Sie nimmt an vielen nationalen und internationalen Konferenzen zu diesem Thema teil und ist Beraterin für mehrere Institute der Haute Cuisine auf der ganzen Welt. Sie arbeitet in engem Kontakt mit verschiedenen nationalen und internationalen Organisationen, die sich mit der Forschung im Zusammenhang mit der Umwelt und nachhaltigen Lebensmitteln befassen, wie Mountain Wilderness, ERSAF, Legambiente und Nordic Food Lab. Sie ist die Autorin von „Wild Mixology“, herausgegeben von Mondadori, einem Buch, das gastronomische Techniken in der Mixkunst anwendet und Getränke herstellt, die nur aus wildwachsenden, einheimischen pflanzlichen Lebensmitteln bestehen und für die innovative Techniken zur Verarbeitung und Konservierung der Zutaten gebraucht werden. Im Herbst 2017 eröffnete sie in Mailand die Wood*ing Bar, die erste auf Nahrungssuche basierende Bar der Welt, in der die Gerichte und Cocktails ausschliesslich aus wilder Herkunft serviert werden. Ihr neues Buch erscheint im November.

Wood*ing – wild food lab ist ein Labor für Forschung und Experimente zur Verwendung von Wildnahrung für den menschlichen Verzehr und für die menschliche Ernährung. Wir untersuchen, sammeln, katalogisieren, analysieren und experimentieren mit Wildpflanzen oder ihren verzehrbaren Pflanzenteilen und erforschen, wie man sie einsetzt, zubereitet und aufbewahrt. Die in unseren Ökosystemen verfügbaren wilden Nahrungsmittel sind eine wichtige kulinarische und kulturelle Ressource, deren Verfügbarkeit fast keine negativen Auswirkungen auf unseren Planeten hat. Wir vergessen dies oft, da wir es gewohnt sind, unsere Lebensmittel aus den Regalen eines Supermarkts oder der Speisekarte eines Restaurants zu beziehen, wo diese sofort verfügbar sind und keine tatsächlichen Anstrengungen zur Nahrungserzeugung erforderlich sind. Wir erkennen die Möglichkeit, spontan entstandene Lebensmittel zu verwenden, und erweitern unser Wissen und unsere Kenntnisse über die Pflanzenwelt, die verfügbaren Pflanzen und wie wir sie nutzen können. Wenn wir uns der Ethnobotanik nähern, beginnen wir die komplexe Verbindung zwischen Nahrung und unserer Existenz, der Gesundheit des Planeten Erde und seinem Gleichgewicht zu verstehen. Wir betreiben unsere Forschung mit enormer Sorgfalt und Respekt vor unserem Ökosystem. Wir engagieren uns für eine nachhaltige und gesunde Ernährung, die über die biologische und lokale Landwirtschaft hinausgeht. Sie soll lediglich aus der kulturellen Identität von Ort und Zeit bestehen, aus gestern und heute, aus der Geschichte der Menschen und der Wichtigkeit der natürlichen Biodiversität – und aus den antiken, kulturellen Traditionen. Gesammelte, wild wachsende Pflanzen, Früchte, Samen und Wurzeln, die Erforschung der kulinarischen Handwerkstechniken der Vergangenheit und die biologische Vielfalt unserer antiken Kulturen ergeben eine unendliche Datenbank mit heimischem, genetischem Material, Organismen, kulturellen Praktiken und Ideen. Eine Datenbank, die gleichzeitig unsere Identität in ihrer stärksten und authentischsten Form zu bewahren vermag, und die uns dank ihrer Fülle die Möglichkeit kulinarischer Experimente auf hohem Niveau eröffnen kann – mit der klaren Absicht, unsere Umwelt zu schützen.

Valeria Mosca bei der Milan Food Week 2018

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