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JORDANIEN

Beduinen und das Berufsbild eines „Coffee Boys“

JORDANIEN - Beduinen und das Berufsbild eines „Coffee Boys“ JORDANIEN Beduinen und das Berufsbild eines „Coffee Boys“

 

 

 

Früher war auch Jordanien ein wichtiger Knotenpunkt des internationalen Kaffeehandels. Handelsschiffe aus dem Jemen, voll beladen mit dem geschätzten Arabica-Kaffee, legten im jordanischen Hafen Aqaba an. Von dort brachten ihn die Karawanen der Beduinen in den Irak und Iran. Schon bald war Kaffee ein wichtiger Bestandteil der jordanischen Kultur, und auch heute noch bereiten die Beduinenstämme ihren Kaffee nach traditioneller Art zu. In der Wâdi Rum Wüste wird er folgendermaßen getrunken: Gerösteter, ungezuckerter und leicht gewürzter Kaffee wird unter mehrfachem Aufkochen insgesamt sechs Stunden lang gebrüht. Das daraus entstehende Getränk nennt sich khamìr, das ist gleichzeitig die Bezeichnung für die Gastfreundschaft, die dem Gast während der jaha, also der Zubereitungszeremonie, zuteilwird. Die jaha endet mit drei Schlucken, die Gastfreundschaft, herzliches Willkommen und Glück symbolisieren.

In den Städten, wo das Leben und die Arbeit zunehmend von westlichen Gewohnheiten beeinflusst ist, ist oft ein sogenannter „Coffee Boy“ für die Kaffeepause verantwortlich. Dies ist ein Angestellter, der sich ausschließlich um die Zubereitung des Kaffees für die höheren Angestellten und Kunden eines Unternehmens kümmert. Er ist Experte für alle Formen der Zubereitung – arabisch, türkisch oder Espresso. Sein Reich ist eine Kaffeeküche, ausgestattet mit einem kleinen Herd, einer Spüle, Geschirrschränken und allem, was er zur Ausführung seiner besonderen Aufgabe benötigt.

JORDANIEN - Die Rezepte REZEPTE




Qahwa sada - Kaffee nach Art der Beduinen

Zutaten

  • 200 g grüner Rohkaffee
  • 10 g grüner Kardamom
  • Wasser







Zubereitung
Den grünen Rohkaffee auf kleiner Flamme rösten und dabei ständig wenden bis sie dunkelbraun sind. Die Bohnen anschließend in einem hölzernen Mörser zerstampfen. Dann 20 Teelöffel des zerkleinerten Kaffees in einen Topf mit einem Liter kochendes Wasser geben. Den Topf auf den Herd stellen und mindestens 20 Minuten auf kleiner Flamme kochen lassen.

Inzwischen die Kardamomsamen im Mörser zerstoßen und in einen arabischen Kaffeepott geben. Diesen anschließend mit dem gekochten Kaffee auffüllen, auf den Herd stellen und auf kleiner Flamme wenige Sekunden kochen lassen. Der fertige Kaffee wird ungezuckert serviert. 

Der Anteil an Kardamom kann je nach Geschmack auf das Verhältnis von zwei Teilen Kaffee zu einem Teil Kardamom erhöht werden. Auch die Brühzeit kann verlängert werden.  

Knafè bl Jibn - Fadengebäck mit Zuckersirup und Käse

Zutaten

  • 600 g kunàfa (dünnes orientalisches Gebäck)
  • 50 g frischer, ungesalzener Zupfkäse
  • ½ Glas geschmolzene Butter

Für den Sirup (ater)

  • 3 Gläser Zucker
  • 1 Glas Wasser
  • 1 Teelöffel Zitronensaft

Zubereitung
Alle Zutaten für den Sirup zusammen in einem kleinen Topf vermengen und beiseite stellen. Eine runde Backform (20 cm Durchmesser) mit Butter einfetten. Den Boden anschließend mit einer 2 cm dicken Schicht kunàfa belegen und für etwa 15 Minuten in den vorgeheizten Ofen stellen, bis der Teig goldbraun ist. Aus dem Ofen nehmen.  Nun den Teig gleichmäßig mit dem Zupfkäse bedecken und eine weitere Schicht kunàfa darüberlegen und leicht andrücken. Für weitere 15 Minuten in den Ofen stellen. Wenn das Gebäck eine schöne goldene Farbe hat, mit dem Zuckersirup übergießen. In Stücke schneiden und heiß servieren.